balancing on the edge as if holding its breath, 2016

Ein Konzept für die Simultanhalle/Köln
Material: Metall, PVC-Folie, Holz, Fleece-Stoff
Größe: 500 x 500 x 60 cm
Fotos: Lorenz Obermeier

 

 

„In Wirklichkeit ist mein Körper stets anderswo, er ist mit sämtlichen „Anderswo“ der Welt verbunden, er ist anders wo als in der Welt. Denn um ihn herum sind die Dinge angeordnet. Nur im Verhältnis zu ihm - und zwar wie im Verhältnis zu einem Herrscher - gibt es ein Oben und Unten, ein Rechts und Links, ein Vorn und Hinten, ein Nah und Fern. Der Körper ist der Nullpunkt der Welt, der Ort, an dem Wege und Räume sich kreuzen. Der Körper selbst ist nirgendwo. Er ist der kleine utopische Kern im Mittelpunkt der Welt, von dem ich ausgehe, von dem ich träume, spreche, phantasiere, die Dinge an ihrem Ort wahrnehme und auch durch die grenzenlose Macht der von mir erdachten Utopien negiere. Mein Körper gleicht dem Sonnenstaat. Er hat keinen „Ort“ aber von ihm gehen alle möglichen realen und utopischen Orte wie Strahlen aus.“

Michel Foucault

Die Arbeit balancing on the edge as if holding its breath von 2016 besteht aus einer planen Fläche, welche sich auf die Maße des Ausstellungsraums bezieht. Die Platte liegt auf einer Konstruktion von luftgefüllten Kissen auf. Die Verbindung dünner Schläuche zwischen den tragenden Luftkissen regulieren die Verschiebung der Luft zwischen den Kissen, wodurch sich die Oberfläche bei Belastung bewegt. Die Platte kann vom BesucherIn betreten werden. Durch das eigene Körpergewicht und seine/ihre räumliche Positionierung auf der leeren Fläche bewegt sich der schwebende Boden und gerät ins Ungleichgewicht. Wenn mehrere Personen gleichzeitig die Konstruktion betreten, entsteht zwischen ihnen, durch Körperposition und -bewegung auf der Platte, ein verbindendes Beziehungs- und Kommunikationsnetz - eine nicht geplante Choreografie auf einer bühnenartiger Fläche. Bei Durchquerung des Ausstellungsraumes erreicht der/die BesucherIn die Tribüne im hinteren Bereich des Raumes, sie übernimmt hier die Funktion des Zuschauerbereichs.

 

The work balancing on the edge as if holding its breath of 2016 consists of a plane surface, which refers to the dimensions of the exhibition space. The plate rests on a construction of pillows filled with air. The connection of thin tubes between the supporting air pillows regulate the displacement of the air between the cushions whereby the surface moves under weight. The plate can be entered by the visitor. Due to their own body weight and their spatial positioning on the empty surface, the floating ground moves and becomes imbalanced. If several people simultaneously enter the construction, a connecting relationship and communication network occurs between them by body position and movement on the plate - an unplanned choreography on a stage-like surface. When the exhibition space is crossed, the visitor reaches the grandstand at the back of the room, which takes over the function of an Audience area. 

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